Polen: Castorama-Beschäftigte erwirken Wiedereinstellung vor Gericht

Polen: Castorama-Beschäftigte erwirken Wiedereinstellung vor Gericht

Die Beschäftigten des polnischen Baumarkts Castorama und ihre Gewerkschaft Solidarnosc haben in einem langjährigen Streit über die ungerechtfertigte Entlassung von Gewerkschaftsvertretern einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ein Gericht hat festgestellt, dass der Arbeitgeber die Beschäftigten rechtswidrig entlassen hat, nachdem er die Gewerkschaftsvertreter entlassen hatte im Jahr 2019.

"Ihr Durchhaltevermögen ist aus Stahl, und es hat sich ausgezahlt. Diese Arbeiter haben enorme Turbulenzen durchgestanden. Sie haben darauf reagiert und gezeigt, dass Arbeitnehmer, die sich zusammenschließen, niemals besiegt werden können. Für die Zukunft ist es von entscheidender Bedeutung, dass Castorama Polen sein Verhalten ändert," sagte Mathias Bolton, Leiter von UNI Handel.

Die Unternehmensleitung von Castorama Polen traf die dramatische Entscheidung, alle zehn Arbeitnehmer zu entlassen, die in den Solidarnosc-Führungsausschuss des Unternehmens gewählt worden waren. Mit der Entscheidung des Gerichts erhöht sich die Zahl der wiedereingestellten Gewerkschafter auf vier, während sechs weitere ihre Wiedereinstellung noch beantragen.

Die gewerkschaftsfeindlichen Entlassungen lösten international Empörung aus. Über 7.500 Menschen unterzeichneten eine Petition die von UNI Handel ins Leben gerufen wurde und das Unternehmen aufforderte, die Beschäftigten wieder einzustellen. Die Kampagne erregte Aufmerksamkeit von Unternehmen und Menschenrechtsorganisationen sowie Solidaritätsaktionen von Einzelhandelsgewerkschaftern in aller Welt.

Anzeichen für einen weniger konfliktreichen Ansatz?

Es gibt Anzeichen dafür, dass sich Castorama Polen auf dem Weg der Besserung befinden könnte. Nach drei Jahren des Ausschlusses der Arbeitnehmer haben sie sich mit der Gewerkschaft getroffen und sich zum Dialog und zur Zusammenarbeit bereit erklärt.

Auf internationaler Ebene hatte UNI zum Zeitpunkt der Entlassungen ein Schreiben an den CEO der Kingfisher Group, der Eigentümerin von Castorama, gesandt. Seither wurde mit dem Unternehmen Kontakt aufgenommen, um eine Lösung des Konflikts zu erleichtern und sicherzustellen, dass die Vereinigungsfreiheit und das Recht der Arbeitnehmer auf Tarifverhandlungen respektiert werden.

"Bei positiven Arbeitsbeziehungen geht es darum, Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren. Unter Bedingungen des Respekts können Arbeitnehmer und Management zusammenarbeiten, um ein florierendes Unternehmen zu schaffen. Dies ist der Ansatz, den UNI und unsere Mitgliedsgewerkschaften auch weiterhin anstreben werden. Wenn der Dialog jedoch scheitert, ist UNI commerce immer bereit, mit unseren Mitgliedsorganisationen zusammenzuarbeiten und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Mathias Bolton.

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