Rund 200.000 Beschäftigte des Handels haben in Finnland durch ein neues, von der UNI-Mitgliedsorganisation PAM ausgehandeltes sektorales Abkommen eine wohlverdiente Lohnerhöhung erhalten. Die Erhöhung, die in den nächsten zwei Jahren schrittweise eingeführt wird, sieht vor, dass die Beschäftigten des gesamten Sektors eine Erhöhung von mindestens 165 € pro Monat und eine Einmalzahlung von 400 € erhalten. Es wird erwartet, dass dieser Schritt den Beschäftigten im gesamten Einzelhandels- und Dienstleistungssektor zugute kommt.
Die Einigung zwischen PAM und dem finnischen Handelsverband wurde in der Nacht vor einer zweiten Streikwelle in diesem Sektor erzielt. "Die Streiks, die stattgefunden haben, und diejenigen, die vorhergesehen wurden, hatten einen erheblichen Einfluss auf das Erreichen eines so guten Ergebnisses - alle unsere Mitglieder im Handelssektor verdienen die Anerkennung", sagte Annika Rönni-Sällinen.
Die Gehälter werden um mehr als 6 % erhöht, wobei die Erhöhung im ersten Jahr 3,88 % und im zweiten Jahr 2,14 % beträgt. Die Lohnerhöhung wird ab dem 1. Juni 2023 in Kraft treten. Die Vereinbarung enthält auch Verbesserungen beim bezahlten Familienurlaub, da nicht gebärende Eltern 36 Tage bezahlten Familienurlaub erhalten, statt wie bisher 6 Tage.
Internationale Inspiration
Die PAM hat sich dabei von den Erhöhungen in Deutschland inspirieren lassen, wo die Gewerkschaft Verdi für den Handel bereits früher inflationsausgleichende Lohnerhöhungen durchgesetzt hat. Dieser Sieg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Gewerkschaften in ganz Europa - und weltweit - angesichts der Inflation Lohnerhöhungen fordern.
"Dies ist ein Sieg für die Beschäftigten des Handels in ganz Europa", sagte Oliver Roethig, Regionalsekretär von UNI Europa. "Dieses Beispiel zeigt, wie die Fortschritte der Beschäftigten in einem Land genutzt werden können, um Tarifverträge in anderen Ländern zu erreichen. In einer zunehmend voneinander abhängigen Welt ist eine Vision, die über die Grenzen hinausgeht, entscheidend für den Aufbau von Arbeitnehmermacht. Gemeinsam entwickeln wir internationale Strategien, um die Gewerkschaften zu stärken und die Bedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern", sagte er.
Über sein Europäisches Zentrum für Macht und Organisierung (EPOC) arbeitet UNI Europa mit Mitgliedsgewerkschaften wie PAM zusammen, um Strategien zu entwickeln, die Arbeitnehmerengagement und strategische Kartierung kombinieren, um Tarifverhandlungen zu stärken. Mehr Informationen finden Sie hier.
08.08.23
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