Algorithmisches Management: 1 von 3 Arbeitnehmern tappt im Dunkeln

Algorithmisches Management: 1 von 3 Arbeitnehmern tappt im Dunkeln

Eine neue Umfrage unter Arbeitnehmern zeigt einen großen Mangel an Informationen über die Anwendung von algorithmischen Management-Tools in Unternehmen. 34 % der Befragten, überwiegend Arbeitnehmer in der IKT- und Telekommunikationsbranche in ganz Europa, gaben an, dass sie nicht wissen, ob an ihrem Arbeitsplatz algorithmische Management-Tools eingesetzt werden.

Unternehmen im Dienstleistungssektor wenden sich zunehmend Werkzeugen und Techniken zu, die automatisierte oder halbautomatische Managemententscheidungen ermöglichen. Diese Techniken stützen sich in hohem Maße auf die Erhebung von Daten und die Überwachung von Arbeitnehmern. Sie werden nicht nur bei der Einstellung, sondern auch häufig beim Leistungsmanagement eingesetzt.

"Diese Ergebnisse sind sehr besorgniserregend. Wenn die Menschen nicht wissen, wie ihre Arbeit bewertet und verwaltet wird, fällt es ihnen sehr schwer, Entscheidungen zu hinterfragen, die ihren Arbeitsalltag bestimmen. Die Unternehmen sollten die Lehren aus den Präzedenzfällen ziehen, in denen das algorithmische Management diskriminierende Praktiken verstärkt hat. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass diese neuen Instrumente und Techniken die ethischen Erwartungen der Arbeitnehmer und der Öffentlichkeit erfüllen. Die Sozialpartner müssen zusammenarbeiten, um Transparenz und Verantwortlichkeit in die Anwendung und Entwicklung algorithmischer Managementansätze einzubauen", sagte Oliver Roethig, Regionalsekretär von UNI Europa.

Wie Matthias Weber, Leiter des Kompetenzzentrums Zukunft der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung, weiter betont, "zeigt diese Umfrage deutlich, dass es auf Arbeitnehmerseite an Verständnis für die Funktionsweise, den Einsatz und die Risiken von algorithmischem Management am Arbeitsplatz mangelt. Die Arbeitgeber müssen die Verantwortung dafür übernehmen, algorithmische Managementinstrumente transparenter zu machen, um die Akzeptanz der Arbeitnehmer zu erhöhen und unerwünschte Ergebnisse zu verhindern. Dieser Prozess muss von aktiven Gewerkschaften begleitet werden."

An der Umfrage, die von UNI Europa und dem Kompetenzzentrum zur Zukunft der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde, nahmen rund 1400 Arbeitnehmer in ganz Europa teil. Die Ergebnisse sowie Empfehlungen sind in einer neuen Veröffentlichung zusammengefasst: Algorithmisches Management - Bewusstsein, Risiken und Reaktion der Sozialpartner. Der Bericht ist auch auf Französisch, Deutsch und Spanisch erhältlich.

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