Arbeitgeber und Arbeitnehmer fordern die Europäische Kommission gemeinsam auf, die Vielfalt der Pflegekräfte anzuerkennen

Arbeitgeber und Arbeitnehmer fordern die Europäische Kommission gemeinsam auf, die Vielfalt der Pflegekräfte anzuerkennen

Die Europäische Pflegestrategie läuft Gefahr, einige der am meisten gefährdeten Beschäftigten in der Pflege auszuschließen. Während einer Veranstaltung des Europäischen Parlaments haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die persönliche und häusliche Pflege anbieten, einen gemeinsamen Aufruf an die Europäische Kommission gerichtet, dieses Versäumnis zu korrigieren. Unterstützt werden sie dabei von der Europaabgeordneten Sirpa Pietikäinen, der Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für diesen Sektor.

Die Hauptakteure im Bereich der persönlichen und häuslichen Pflege begrüßen zwar die europäische Pflegestrategie, schlagen aber wegen einiger Details der Strategie in ihrer jetzigen Form Alarm. Insbesondere die Unterscheidung zwischen häuslichen Langzeitpflegekräften, häuslichen Pflegekräften und anderen Hausangestellten wird erhebliche Auswirkungen auf die ohnehin schon stark gefährdeten Gruppen der wichtigsten Arbeitnehmer haben.

Diese Unterscheidung würde die Ungleichheiten in diesem Sektor verfestigen und den Grundstein für eine Zweiklassengesellschaft in der Pflege legen. Trotz einer Analyse, die mit den von den Pflegeakteuren vor Ort beobachteten Realitäten übereinstimmt, geht der Vorschlag der Europäischen Kommission für die europäische Pflegestrategie nicht auf die Bedürfnisse von persönlichen und häuslichen Pflegekräften, einschließlich nicht angemeldeter Arbeitnehmer und Migranten ohne Papiere, ein.

Ihre Forderung fand im Europäischen Parlament große Unterstützung. Sie deckt sich mit dem INI-Bericht 2022 des Europäischen Parlaments, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Kommission den Sektor der persönlichen und haushaltsbezogenen Dienstleistungen (PHS) anerkennen muss. Dies ist ein notwendiger Schritt, um die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Kinderbetreuungsdiensten, Langzeitpflegediensten sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer zu gewährleisten, die direkte und indirekte Pflegedienste im Haushalt von Privatpersonen erbringen.

Laut der Europaabgeordneten Sirpa PIETIKÄINEN, Mitberichterstatterin des Berichts 2021/2253: "PHS-Mitarbeiter sind ein unschätzbarer Teil der Pflegedienste, ohne die das Funktionieren unserer Pflegesysteme in Gefahr wäre. Die überwiegende Mehrheit der PHS-Beschäftigten sind Frauen, so dass dies auch eine geschlechtsspezifische Frage ist. Um die Situation der PHS-Beschäftigten zu verbessern, brauchen wir eine klare Definition ihrer Arbeit und eine angemessene Bezahlung für alle Pflegekräfte in diesem Sektor."

Zusammen mit EFFAT, EFFE und EFSI bildet UNI Europa die Sozialpartner im Sektor der persönlichen und haushaltsbezogenen Dienstleistungen (PHS). Die PHS-Partner besiegelten ihr Engagement für eine stärkere Anerkennung der PHS-Sektoren, indem sie ein gemeinsames Arbeitsprogramm für 2022-2023 verabschiedeten und sich am 10. März 2022 gegenseitig als Sozialpartner anerkannten. Lesen Sie ihre gemeinsamen Empfehlungen zur Europäischen Pflegestrategie.

Tagungen und Veranstaltungen

2022

07

Dez.

Frauen im europäischen Kino: machen wir Fortschritte?

Medien, Unterhaltung und Kunst

Online-Panel - Präsentation der neuesten quantitativen und qualitativen Studien

17

Jan

UNI Europa Webinar über häusliche Gewalt