UNI Europa und ETNO veröffentlichen neuen Bericht über die Auswirkungen des grün-digitalen Wandels auf die ICTS-Mitarbeiter

ETNO und UNI Europa ICTS, die Sozialpartner in der Telekommunikationsbranche, veröffentlichen einen neuen Forschungsbericht im Rahmen ihres gemeinsamen EU-finanzierten Projekts "Accelerating Sustainability in Telecoms".

UNI Europa und ETNO veröffentlichen neuen Bericht über die Auswirkungen des grün-digitalen Wandels auf die ICTS-Mitarbeiter

In dem Bericht werden elf aufkommende Schlüsseltechnologien identifiziert, von denen erwartet wird, dass sie sich auf die soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Telekommunikationsbranche auswirken werden. Zu den analysierten Technologien gehören z. B. künstliche Intelligenz, Big Data und Analytik, Edge Computing, Internet der Dinge, Glasfaser und GPON, Quantentechnologien, Cybersicherheit, erweiterte Realität und xRAN. Der Bericht hebt sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen hervor, die sich aus dem Einsatz dieser neuen Technologien ergeben, wobei der Schwerpunkt auf ihren Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit sowie auf die Kompetenzen und den Arbeitsmarkt liegt.

Telekommunikationsinnovationen: ein starker positiver Einfluss auf die ökologische Nachhaltigkeit

Der Energieverbrauch des europäischen Telekommunikationssektors wird heute zu mindestens 80 % durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt, und die Telekommunikationsunternehmen haben sich ehrgeizige Ziele zur Senkung ihrer Kohlenstoffemissionen gesetzt. Die Studie ergab, dass diese neuen Schlüsseltechnologien - sofern angemessene Investitionen in die Einführung und Übernahme getätigt werden - potenziell erhebliche Auswirkungen auf die ökologische Nachhaltigkeit haben können, wobei die Lösungen in ihrer Fähigkeit konvergieren, die Telekommunikationsunternehmen energieeffizienter zu machen.

Eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission zeigt, dass im Telekommunikationssektor eine Investitionslücke von 174 Mrd. € für die Einführung und Übernahme neuer Technologien besteht. Diese Lücke wird sich vergrößern, da branchenübergreifend immer fortschrittlichere Lösungen benötigt werden. Einige Lösungen zielen darauf ab, Prozesse zu rationalisieren und Energieströme nur dort umzuverteilen, wo sie am meisten benötigt werden (z. B. Datenanalyse und KI), während andere neuere Generationen bekannter Technologien darstellen, die von Natur aus weniger Energie verbrauchen als ihre Vorgänger (z. B. 5G, Glasfaser und Edge Computing).

Als Teil eines breiteren Trends im IKT-Sektor erkunden einige Telekommunikationsunternehmen neue Rollen als Anbieter digitaler Dienstleistungen und bieten ihren Kunden digitale und technologische Lösungen an, um energieeffizienter zu werden. Dies bestätigt die Rolle der Telekommunikationsunternehmen als wichtige Impulsgeber für die Nachhaltigkeit in der Gesellschaft insgesamt.

Grün-digitaler Wandel und Arbeitnehmer: Chancen und Herausforderungen

Was die Auswirkungen der Technologien auf Arbeitnehmer, Qualifikationen und den Arbeitsmarkt betrifft, so ergab die Analyse einige positive Auswirkungen und einige Punkte, die Anlass zur Sorge geben. Bestimmte Anwendungen der künstlichen Intelligenz (KI) und des Internets der Dinge (IoT) gaben Anlass zu Bedenken in Bezug auf die Rechte der Arbeitnehmer, wie z. B. die Verletzung der Privatsphäre und die mögliche Einschränkung der individuellen Autonomie.

Dieselben Technologien können jedoch auch genutzt werden, um bessere Sicherheitsbedingungen für Arbeitnehmer zu schaffen, insbesondere bei gefährlichen und sich wiederholenden Aufgaben, was sich positiv auf das Wohlbefinden auswirkt. Andere Technologien wie 5G/6G, Glasfaser, Cloud Computing und Edge Computing werden für die zunehmende Verbreitung von Telearbeit und hybrider Arbeit von zentraler Bedeutung sein, die sich ebenfalls als wichtige Trends in der Arbeitswelt mit Bedeutung für Telekommunikationsunternehmen abzeichnen.

Insbesondere die Organisation von Arbeitsaufgaben und Arbeitsplätzen wird sich voraussichtlich erheblich verändern und möglicherweise Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer haben. Parallel dazu hatten fast alle untersuchten Technologien Auswirkungen auf die von den Telekommunikationsunternehmen auf dem Arbeitsmarkt benötigten Qualifikationen, die sich ständig weiterentwickeln und aktualisiert werden müssen. Einem aktuellen Bericht des Europäischen Innovationsrates und der Exekutivagentur für KMU (EISMEA) zufolge ist der Anteil der Fachkräfte mit fortgeschrittenen technologischen Kenntnissen im Bereich Cloud Computing am höchsten, gefolgt von Photonik und IoT.

Nachhaltigkeit und sozialer Dialog: frühzeitiges Engagement ist entscheidend

Das Hauptaugenmerk des gemeinsamen Projekts von ETNO undUNI Europa ICTS - und damit auch des Berichts - liegt darauf, die Rolle der Sozialpartner bei der Förderung und Begleitung des doppelten Übergangs im Telekommunikationssektor zu ermitteln. Aufgrund der potenziell sowohl negativen als auch positiven Auswirkungen der Technologie auf die Arbeitnehmer ist es von entscheidender Bedeutung, dass Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften von Beginn der Technologieeinführung an einbezogen werden.

Der auf Vertrauen und Transparenz basierende soziale Dialog und Tarifverhandlungen spielen auf dem Weg zum doppelten Übergang eine besonders wichtige Rolle, da sie die Nachhaltigkeit fördern und die negativen Auswirkungen der Technologieeinführung abmildern.

In dem Bericht werden zwei wichtige Wirkungsbereiche identifiziert, die durch den sozialen Dialog und Tarifverhandlungen wirksam umgesetzt werden können. Erstens die Veränderung der auf dem Arbeitsmarkt geforderten Qualifikationen, die durch Programme zur Höher- oder Umschulung bewältigt werden können. Zweitens die Auswirkungen des doppelten Übergangs auf die Arbeitsbedingungen, einschließlich des Wohlbefindens der Arbeitnehmer, der Stabilität des Arbeitsplatzes, der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, des Engagements der Arbeitnehmer sowie der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Lise Fuhr, Generaldirektorin von ETNO, sagte: "Diese Studie ist ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Telekommunikationsbranche. Durch die Analyse der Auswirkungen neuer Schlüsseltechnologien können wir besser verstehen, wie wir ihr Potenzial für positive Veränderungen sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Umwelt nutzen können.

Oliver Roethig, UNI Europa Regionalsekretär, sagte: "Dieser Bericht ist ein klares Plädoyer für sozialen Dialog und Tarifverhandlungen bei der Bewältigung des doppelten Wandels im IKT-Sektor, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern."

Laden Sie den Bericht hier herunter. Laden Sie die Infografik hier herunter.

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