ver.di gewinnt historische Amazon-Betriebsratswahlen in Wunstorf

ver.di gewinnt historische Amazon-Betriebsratswahlen in Wunstorf

Nach monatelangem Kampf um die erfolgreiche Gründung des ersten Betriebsrats in einem Amazon-Lieferzentrum hat die UNI-Mitgliedsorganisation ver.di die Mehrheit der Delegierten in Wunstorf in der Region Hannover gewonnen und damit sichergestellt, dass die Stimme der Arbeitnehmer dort gehört wird.

Nachdem rund 200 Beschäftigte die Betriebsratsvertreter gewählt hatten, sagte der zuständige ver.di-Sekretär Dietmar Görsdorf sagte: "Ich freue mich, dass die gesetzliche Mitbestimmung nun auch in den Sortier- und Verteilzentren von Amazon Einzug hält!"

In den letzten Monaten gab es erfolgreiche Betriebsratswahlen in den Amazon-Logistikzentren, den sogenannten Fulfillment Centern, in Achim und Winsen in Niedersachsen. Auch dort hatten die gewerkschaftlich organisierten Listen gute Ergebnisse erzielt.

Für Serdal Sardas, den neu gewählten ver.di-Betriebsrat in Wunstorf, ist der Kontakt zu anderen Amazon-Standorten besonders wichtig: "Es war ein harter, steiniger Weg, aber wir haben gewonnen. Ich möchte nun meine Kolleginnen und Kollegen an anderen Amazon-Standorten ermutigen: Gründet Betriebsräte, setzt euch für eure Kollegen ein. Was wir geschafft haben, könnt ihr schon lange!"

ver.di kritisiert seit langem die Arbeitsbedingungen in den Amazon-Lagern und -Lieferzentren in Deutschland. Während Tausende von Amazon-Beschäftigten ver.di beigetreten sind, hat das Unternehmen den Abschluss von Tarifverträgen mit seinen Beschäftigten abgelehnt. Die gewerkschaftsfeindliche Haltung des Unternehmens hat in den letzten Jahren zu Dutzenden von Streiks und anderen Aktionen am Arbeitsplatz in Deutschland und ganz Europa geführt.

Amazon hat in der Vergangenheit die Rechte der Arbeitnehmer vernachlässigt. Laut dem Das Amazon-Panoptikum - dem Bericht der Gewerkschaft UNI Global über die aufdringlichen und allumfassenden Überwachungssysteme für Amazon-Beschäftigte, verbirgt das hochgradig invasive und ultraschnelle Lieferverfahren von Amazon schädliche Auswirkungen auf seine 1,3 Millionen Beschäftigten. Die Mitarbeiter werden unerbittlich überwacht, bewertet und sind hohem Druck und zermürbenden Bedingungen ausgesetzt.

Dieses Modell ist so inhuman, dass die New York Times in einer bahnbrechenden Untersuchung New York Times berichtet: "Amazon verheizt seine Mitarbeiter so schnell, dass die Führungskräfte befürchten, dass ihnen die Leute ausgehen, die sie einstellen können." Bloomberg News berichtete auch, dass Amazon-Fahrer wegen kleinerer Fehler, die ein menschlicher Manager ignoriert hätte, "von der App gefeuert" worden sind.

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